Wer oder was ist der "Hafenstrolch"?

Der Hafenstrolch nutzt Nischen und Freiräume in weitläufigen Hafenanlagen:
Schwer zugängliche Areale entlang von Uferböschungen, verlassene Anlagen und brach liegende Flächen. Der Hafenstrolch bewegt sich unauffällig sowohl zu Lande, wie auch zu Wasser. Er verhält sich im allgemeinen diskret, um weder der Natur noch der Industrie, oder etwaigen Mitnutzern von Arealen im Wege zu stehen.
Der Hafenstrolch hegt ehrbare Absichten und lebt im Einklang mit der Hafennatur und Hafenkultur. Er siedelt an Orten der Abgeschiedenheit, die Raum und Zeit bieten für Besinnung und Muße.

Die Motivation des Hafenstrolchs entspringt seiner Liebe zum Hafen und Freude am Landschaftsgenuß. Eine Landschaft, die nicht alleine von der Natur geschaffen, sondern vorwiegend einer menschlichen Kultur entwachsen ist und einer fortlaufenden Veränderung unterliegt.
Sein Streunen entlang versteckter und verbotener Wege dient keineswegs, wie mißverständlicher Weise oft vermutet, dem Stehlen, Protestieren oder gar Vandalisieren. Ganz im Gegenteil tritt der Hafenstrolch mit Respekt und Ehrfurcht seiner Umgebung entgegen. Wenn er sich in Verlegenheit begibt, verbotene Zonen zu betreten, so geschieht dies stets auf seine eigene Gefahr hin und in der Gewißheit, niemandem damit zu schaden oder zu behindern.
Er verfolgt in seinem Strolchtum keine politischen Anliegen, sieht sich aber sowohl der Historie, wie auch der Gegenwart und zukünftigen Entwicklung des Hafens verpflichtet. Dabei sind ihm ökologische, wirtschaftliche, kulturelle und ästhetische Belange von Bedeutung.

Der Hafenstrolch mag es, dem Plätschern der Wellen und Tuten der Schiffe zu lauschen. Das Quietschen von Metall, wenn es aneinander reibt, das Krachen von rangierenden Eisenbahnwagons, kreischende Möwen, brummende Lastwagen, säuselnde Winde und rumpelnde Schiffsmotoren sind ihm Musik in den Ohren und im Bauch.

Der Hafenstrolch lädt zu sich ein, seinen Blick auf den Hafen zu teilen.

Post an den Hafenstrolch: postfach@hafenstrolch.de